Ayurvedische Massage: Ablauf

Abhyanga – die ayurvedische Massage richtig anwenden

Ein wirksamer Ablauf der Ganzkörpermassage benötigt eine solide Ausbildung

Abhyanga als eine ayurvedische Massage ist eine beliebte Behandlung im Wellness- und Kosmetikbereich. Immerhin dient sie als äußere Reinigung und stärkt das Immunsystem, verbessert die Durchblutung und den Stoffwechsel, verstärkt den Lymphfluss und wirkt entspannend auf die Seele. Dafür kommt es jedoch auf die richtige Anwendung an. Nach „ayurvedische Massage Ablauf“ zu googeln, reicht nicht aus.

Denn „die“ ayurvedische Massage gibt es nicht. Grundsätzlich existieren verschiedene ayurvedische Massagen. Sie alle richten sich nach dem aktuellen Zustand der drei Doshas, die als die drei Konstitutionen oder Gemütsarten bezeichnet werden können. Sie heißen Vata, Pitta und Kapha und befinden sich bei einem gesunden Menschen im Gleichgewicht. Dabei hat jeder Mensch sein individuelles Verhältnis von Vata, Pitta und Kapha. Durch Lebensweise und Umwelteinflüsse kann es jedoch zu einer Abweichung kommen, nach der sich jede Form der Behandlung richten sollte – auch die so genannte Abhyanga-Massage.

Abhyanga – Ganzkörpermassage im Ayurveda

Abhayanga ist die Ganzkörpermassage im Ayurveda, wobei im asiatischen Raum unter Ganzkörpermassage eine Körpermassage ohne Gesicht, Kopf, Hals und Dekolleté verstanden wird. Je nach Konstitution wendet der Masseur verschiedene Methoden und Techniken an. Beispielsweise gibt es Samvahana, eine sanfte Massage, bei der von innen nach außen gestrichen wird. Bei dieser Methode wird die Anuloma-Technik verwendet. Diese wirkt entspannend und reduziert Vata und Pitta. Ein anderes Exempel ist Mardana – eine kräftige Druckmassage. Die Streichung kann sowohl von innen nach außen als auch von außen nach innen erfolgen. Die Pratiloma-Technik wirkt anregend und reduziert Kapha.

Darüber hinaus kommen Öle zum Einsatz, die zur jeweiligen Konstitution passen. Weiterhin muss darauf geachtet werden, die Massageliege in einer Nord-Süd-Achse aufzustellen, wobei sich der Kopf des Patienten im Süden befinden sollte. Ebenfalls wichtig: Eine Therapeutin beginnt die Massage auf der rechten Körperseite des Kunden und ein Therapeut auf der linken Körperseite.

Abhyanga – Massage-Ablauf

Die Behandlung dauert circa 45 bis 60 Minuten. Für eine optimale Wirksamkeit sollte der Massage ein Beratungsgespräch mit Dosha-Test vorausgehen, sodass der Masseur auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen kann. Der Ganzkörpermassage-Ablauf lässt sich zusammengefasst wie folgt umreißen:

  • Rückenlage: Öffnung der Chakren und Gelenke
  • Eventuell Mukabhyanga und Shiroabhyanga
  • Bauchlage: Öl auf beide Körperseiten auftragen, Massage des Beins, des Fußes, des Rücken, des Arms, zuerst auf der einen und dann auf der anderen Seite
  • Körperbindung
  • Rückenlage: Öl auf beide Körperseiten auftragen, Massage des Beins, des Oberkörpers, des Arms, der Hand, zuerst auf der einen und dann auf der anderen Seite, ohne Bauchmassage
  • Körperbindung
  • Schließen der Chakren und Gelenke (in der Rückenlage)
  • Ausruhen lassen
  • Eventuell Nachbehandlung

Für die Nachbehandlung sind verschiedene Anwendungen geeignet – je nach Konstitution. Dazu zählt Svedana – eine Schwitztherapie, die mit Kräuterdämpfen unterstützt wird. Ein anderes Beispiel ist Jambira Pinda Sveda. Dabei werden Kräuter aufgewärmt, in ein Leinentuch gewickelt, mit dem dann massiert wird. Ebenso ist die Udvartana – eine Einreibung mit heißem Kräuterpulver – möglich.

Die Ausbildung als Erfolgsfaktor

Für eine erfolgreiche Anwendung der Abhyanga kommt es jedoch noch auf viele weitere Aspekte an. Deshalb ist eine solide Ausbildung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Denn dabei wird auch vermittelt, wie das Öl auf den Körper aufgetragen wird und wie sich die Massage an individuelle Bedürfnisse des Kunden anpassen lässt.

Bevor es an den praktischen Teil geht, werden die Grundlagen der ayurvedischen medizinischen Lehre vermittelt. Des Weiteren sind das Zeitmanagement und die korrekte Körperhaltung Bestandteile einer guten Ausbildung. Erst, wenn der Masseur sowohl über die theoretischen als auch die praktischen Kenntnisse verfügt, kann er Abhyanga optimal anwenden.

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